Die 10E Cloud ist eine App für unsere Klasse. Man trägt ein, was im Unterricht dran war, und die App sortiert daraus Hausaufgaben, Termine und Prüfungen. Dazu gibt es den Vertretungsplan, einen Klassenchat, Direktnachrichten und Gruppen, Karteikarten und einen Lernpfad, in dem man Übungen zu den Themen macht — mit Punkten, Sternen und einem Klassen-Boss, den die Klasse nur gemeinsam schafft. Andere Klassen bekommen dieselbe App unter eigener Adresse, mit eigener Datenbank — nichts läuft zwischen den Klassen zusammen.
Sie läuft auf einem Server, den ich selbst gemietet und eingerichtet habe, nicht bei Google oder einer App-Firma. Erreichbar ist sie unter 10e-cloud.webdevv.de. Jede Nacht wird automatisch gesichert, und einmal pro Woche probt der Server selbst, ob sich die Sicherung wirklich zurückspielen lässt.
Für Quiz, Zusammenfassungen und den Lern-Assistenten Jamie benutzt die App eine KI. Die ist auf Schule begrenzt: Fragen, die nichts mit Unterricht zu tun haben, werden abgelehnt, bevor überhaupt etwas rausgeht. Namen von Mitschülern werden vorher durch Platzhalter ersetzt. Bei Fotos geht das nicht: Steht ein Name auf dem Blatt, geht er mit — deshalb vorher abdecken.
Anmelden kann sich nur, wer ein Konto von mir bekommen hat. Passwörter werden nie im Klartext gespeichert, und alte Daten löscht die App von selbst wieder: Chat, Direktnachrichten und Gruppen nach 90 Tagen, IP-Adressen nach 7 Tagen. Ein Sprachfilter achtet auf Beleidigungen. Bei einem Vorfall bespricht erst die Leitung der App, ob er an die Lehrkräfte geht — schwere Fälle gehen sofort. Lehrkräfte sehen dabei nie den Wortlaut einer Nachricht. Den Geburtstag gibt man nur an, wenn man will; die Klasse erfährt ihn nur, wenn man das selbst ankreuzt.
Auf einer Seite stehen Kacheln zu den üblichen Seiten der Schule — Vertretungsplan, Nextcloud, Lernraum Berlin, Schulmails, Bolle, Messenger, Schulportal, Schulmanager. Das sind nur Links, damit man die Adressen nicht jedes Mal suchen muss. Die App hat mit diesen Diensten nichts zu tun und schickt nichts dorthin; wer eine Kachel antippt, landet in einem neuen Tab auf der Seite der Schule, und ab da gilt deren Datenschutz.
Lehrkräfte haben einen eigenen Bereich: einen Chat untereinander, private Notizen, ihren eigenen Vertretungsplan und eine Verbindung zur Nextcloud der Schule. Der Lehrer-Chat ist so verschlüsselt, dass der Server nur unlesbare Zeichen speichert — auch ich kann dort nicht mitlesen. Das heißt aber auch: Dort greift kein Sprachfilter, und wer seinen Wiederherstellungs-Zettel verliert, verliert seinen Verlauf. Für die Schulleitung gibt es eine eigene Rolle: Ankündigungen für die ganze Schule und Zahlen ohne Namen — keinen Chat, keine Direktnachrichten mit Schülern, keine Einträge.
Für Schule und Datenschutz gibt es eigene Unterlagen: einen Technik-Steckbrief, einen Auftragsverarbeitungsvertrag, das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, ein Löschkonzept, einen Einwilligungsvordruck und ein Notfallblatt für Datenpannen. Ich gebe sie auf Anfrage heraus.
Keysan Rafat, Klasse 10E